Bandonion*neón lernen

Bandoneón/Bandonion lernen

Heinrich Band, Walter Pörschmann,
Charles Pegury, Ernst Kusserow:

„Chaos oder Logik“
 
Die Bandonions:
142tönig „Rheinisch“
144tönig „Einheitsbandonion“
146tönig „Pegury“
148tönig „Kusserow“
 

Die Essenz für deine Systemwahl
 
Wenn du Bandonion lernen möchtest, stehst du vor einer fundamentalen Entscheidung. Lass dich nicht von der Vielzahl angebotener Schulen täuschen, sondern schaue auf die gelebte Praxis. Es gibt zwei völlig unterschiedliche Welten: Die wechseltönigen Traditionen (Zug und Druck erzeugen verschiedene Töne) und die gleichtönigen Alternativen (Zug und Druck erzeugen denselben Ton).
 
Und übrigens keine Angst – die genannten Tonzahlen entsprechen nicht dem Tonumfang. Es sind Zug- und Druck- und auch alle doppelt und dreifach vorhanden Töne gezählt worden. Effektiv liegt der Tonumfang eines Bandonions bei 5 1/2 Oktaven.
 
Hier ist deine ehrliche Orientierungshilfe für die vier wichtigsten Systeme:
 
1. Die wechseltönige Welt: „Rheinisch“ vs. „Einheitsbandonion“
In dieser Welt hat jeder Knopf zwei Identitäten – je nachdem, ob du den Balg ziehst oder drückst.
 

Das 142-tönige „Rheinische“ System (Heinrich Band)

    • Die Realität: Es ist historisch wild gewachsen und aus Sicht einer logischen Harmonielehre schlicht „verkorkst“. Die Knopfanordnung folgt keinem mathematischen Prinzip. Du musst Griffe und Tonlagen wie Vokabeln isoliert auswendig lernen. C-Dur greift sich völlig anders als G-Dur. Cis und As-Dur/Moll vergiss einfach.
    • Der Fokus: Es ist der weltweite Standard für traditionellen Tango und Tango Nuevo

Das 144-tönige „Einheitsbandonion“ (Walter Pörschmann)

    • Die Realität: Es ist im Kernbereich wesentlich „aufgeräumter“ und strukturierter. Es nutzt die harmonische Verwandtschaft des Quintenzirkels (ähnlich wie der Bass beim Akkordeon). Das macht das Begreifen von Akkorden und Kadenzen für den Kopf logischer.
    • Die Grenze: Auch dieses System ist nicht perfekt. Ab drei Kreuzen (z. B. A-Dur) oder zwei B-Chen (z. B. g-Moll) bricht auch hier die Vorzugslage. Es entstehen „schräge Spreizungen“, die unergonomisch zu greifen sind.
    • Die pragmatische Lösung im Unterricht: Profis und Lehrer quälen sich nicht durch diese schrägen Lagen. Unspielbare Tonarten wie As-Dur oder Fis-Moll werden gar nicht erst gespielt. Dank Software (wie MuseScore oder PriMus) werden die Stücke im Handumdrehen in spielfreundliche Tonarten (wie G, D, A-Dur oder Moll) transponiert.


 
2. Die gleichtönige Welt: Die logischen Alternativen
Wenn du die oben beschriebenen Kompromisse und Brüche gar nicht erst eingehen willst, gibt es zwei radikale, hochgradig logische Alternativen. Hier erzeugt ein Knopf bei Zug und Druck immer exakt dieselbe Tonhöhe (wie beim Klavier oder Akkordeon). Der Weg des Balges ändert also niemals dein Notenbild.
 

Das Peguri-System (Charles Péguri)

    • Die Realität: Dieses System wurde vom französischen Musette-Virtuosen Charles Péguri entwickelt und hat seine Heimat bis heute in Frankreich, wo es fest in der Lehre verankert ist.
    • Der absolute Vorteil: Die Diskantseite orientiert sich extrem stark am chromatischen Knopfakkordeon (C-Griff). Wer bereits vom Akkordeon kommt, findet sich hier sofort zurecht und kann seine gelernten Fingersätze und das visuelle System fast nahtlos übertragen. Es ist das ideale Umsteiger-Instrument, um den faszinierenden Bandoneon-Klang ohne die Hürde einer völlig neuen Tastaturlogik zu erleben.

Das Kusserow-System (Ernst Kusserow)

    • Die Realität: Während das 144er-Einheitsbandonion ab drei Kreuzen in „schräge Lagen“ abdriftet, bleibt das Kusserow-System konsequent chromatisch und symmetrisch. Die echte, mathematisch durchgehende Logik und Ergonomie über alle Tonarten hinweg bleibt diesem System vorbehalten. Ein einmal gelerntes Griffmuster (z. B. für einen Dur-Akkord) verschiebt sich einfach linear über die Tastatur.
    • Der Fokus: Entwickelt für hochgradig polyphone, klassische Musik, Jazz oder Swing. Es ist so konzipiert, dass du konsequent mit nur acht Fingern (ohne Daumen) extrem flüssig und ergonomisch in allen 24 Tonarten spielen kannst.


 
Wie gelernt wird: Keine „Wäscheleine“
 
Vergiss veraltete Zahlen-Tabulaturen und die sogenannte „Wäscheleine-Griffschrift“. Beide Systeme werden konsequent nach echten Noten im Violin- und Bassschlüssel unterrichtet. Das befreit dich als Schüler aus einer musikalischen Sackgasse und erlaubt es dir, wie ein Klavierspieler oder Cellist universell Musik zu verstehen und direkt vom Blatt zu spielen.
 

Deine finale Entscheidungshilfe
 
    1. Möchtest du ausschließlich den traditionellen argentinischen Tango spielen und nimmst dafür ein unlogisches Tastatur-Chaos in Kauf?
      -> 142er Rheinisch
    2. Suchst du ein wechseltöniges, aber wesentlich aufgeräumteres System (vor allem im Bereich bis zwei Vorzeichen), das du pragmatisch durch Transponieren meisterst?
      -> 144er Einheitsbandonion
    3. Kommst du vom Akkordeon, liebst den französischen Musette-Stil oder das Chanson und willst deine Vorkenntnisse direkt nutzen?
      -> Peguri-System
    4. Willst du vollkommene chromatische Logik, absolute Griff-Symmetrie in allen 24 Tonarten und keinen Tonwechsel bei Balgänderung?
      -> Kusserow-System


 
Wenn du dich für einen Weg entscheidest, kann ich dir helfen herauszufinden, wo du am besten ein passendes Leihinstrument findest oder welche Einstiegsliteratur für deine Wahl bereitsteht.

Die Ur-Väter der Systeme und warum diese Zählweise

  • Heinrich Band (* 4. April 1821 in Krefeld; † 2. Dezember 1860 ebenda)
      • Der Namensgeber: Er vergab 1857 offiziell den wechseltönigen sächsischen Konzertinas den Namen „Bandonion“ (welches später zur 142-tönigen rheinischen Lage erweitert wurde). [1, 2, 3, 4, 5]

  • Walter Pörschmann (* 22. März 1903 in Leipzig; † 31. Juli 1959 während einer Tournee)
      • Der Reformer des 144ers: Herausragender Virtuose und Komponist. Er gestaltete ab 1924 das 144-tönige Einheitsbandonion maßgeblich mit, bekämpfte die traditionellen Griffschriften („Wäscheleine“) und etablierte nach dem Krieg das reine Notenspiel im Unterricht. [1]

  • Charles Péguri (* 31. Oktober 1879 in Marseille; † 2. März 1930 in Paris)
      • Erfinder des Peguri-Systems: Französischer Akkordeonist, Techniker und Instrumentenbauer. Er baute um 1925 die ersten wechseltönigen Instrumente zu gleichtönigen Systemen mit der vertrauten Diskant-Logik des chromatischen Knopfakkordeons (C-Griff) um. [1, 2, 3]

  • Ernst Kusserow (* 26. Mai 1897 in Berlin; † nach 1968)
      • Erfinder des Kusserow-Systems: Virtuose und späterer Leiter der Abteilung Volksmusik am Stern’schen Konservatorium. Er stellte um 1920–1925 sein radikal neues, konsequent chromatisch-gleichtöniges Bandonion vor und kämpfte zeitlebens für eine hochgradig musikalische, akademische Ausbildung am Instrument.  [1, 2, 3, 4, 5]

 
Diese Daten spiegeln faszinierend wider, dass die große Reformwelle hin zu strukturierten und gleichtönigen Systemen (Pörschmann, Peguri, Kusserow) ein kollektiver Aufbruch der 1920er-Jahre war. [1, 2]
 
 
Keine Angst vor diesen riesigen Zahlen!
 
Aus Sicht der Spielpraxis ist diese Zählweise der Instrumentenbauer nämlich extrem irreführend. In der musikalischen Realität sieht das Ganze viel überschaubarer und absolut machbar aus.
 
Die Entwarnung: Tonzahl ≠ Tonumfang. Die echte Rechnung: Tasten mal Zwei inkl. Register-Überschneidungen. Der echte Tonumfang: Ein Standard-Bandonion umfasst effektiv knapp 5 ½ Oktaven. Es bewegt sich damit in einem völlig normalen, überschaubaren Rahmen, der kleiner ist als bei einem Klavier.
 
  • Die verdoppelte Tastenanzahl: Da das Bandonion traditionell pro Taste jeweils zwei Stimmzungen für die Balgrichtungen besitzt (eine für Zug, eine für Druck), entspricht die genannte Tonzahl exakt der verdoppelten Anzahl aller physisch vorhandenen Tasten auf dem Instrument. Ein 144-töniges Instrument hat also schlichtweg genau 72 Knöpfe.
  • Die akustische Wahrheit (Die große Oktave): Der tatsächliche Tonumfang ist deshalb so kompakt, weil die Bass-Seite und die Diskant-Seite keine völlig getrennten Welten sind. Die große Oktave ist im Bandonion doppelt verbaut – du findest dieselben Töne einmal als tiefes Fundament auf der linken Hand (Bass) und spiegelbildlich noch einmal auf der rechten Hand (Diskant).

 

Es gab Angaben bis zu 200 Tönen schon um 1880 herum. Lass dich also von den Zahlen „142“ oder „144“ nicht einschüchtern. Du musst nicht über 140 verschiedene Tasten im Kopf behalten. Am Ende des Tages spielst du ein wunderbares, kompaktes Instrument mit einem Tonumfang von rund 5 ½ Oktaven, auf dem du die gesamte Weltliteratur – von Bach über Salonmusik und vom Volkslied über den Klezmer bis zum Tango – perfekt abbilden könntest. (Diesen Konjunktiv finde ich besonders bemerkenswert)

Bandoneón/Bandonion-Kurse

Kurswochenende “Bandonion lernen”

Im Kulturhaus „Altes Kranwerk Naunhof“ bei Leipzig werden Bandonionkurse angeboten. Für ambitionierte Tango-Spieler am Bandoneón als auch für das Einheitsbandonion in traditioneller Spielweise.

 

  • Masterkurs mit Carla Algeri
    rheinisch 142tönig, Tango
  • Fortgeschritten mit Jürgen Karthe
    rheinisch 142tönig, Tango
  • Spezial-Workshop mit Bettina Hartl
    rheinisch & Einheitsbandonion, Ensemblespiel
  • Folk & Welt mit Heiko Guter
    Einheitsbandonion 144tönig (auch mit Leihinstrument)

 

Wann Kurse stattfinden – findet Ihr unter:
https://www.kranwerk.com/kalender/

Carla Algeri re. | Hospitation Kranwerk 2019 & 2025
Tango-Bandoneón – Carla Algeri/Arg

Masterkurs
mit Carla Algeri – Buenos Aires/Arg
Rheinische Tonlage

 

www.carlaalgeri.com.ar

 

Carla Algeri möchte Euch einen 2tägigen Masterkurs anbieten. Neben dem Erhalt des Instrumentes ist es ihr persönlichestes Anliegen, Euch intuitives und emotionales Bandoneónspiel nahe zu bringen, dabei mit dem Instrument gemeinsam zu atmen und die Musik vor dem „inneren Auge“ sichtbar zu machen. Die Analyse Eurer Technik und Eurer Ausdruckformen ist Teil des Kurses. Darüberhinaus besteht die seltene Gelegenheit sich mit anderen Spielern und Spielerinnen auszutauschen. 

 

Kursbeschreibung hier als PDF in spanisch:
EL BANDONEON EN EL LENGUAJE DEL TANGO

 

Preis: 210,- €  (zwei Tage, inkl. 7% Mwst.)
Kurssprache englisch/spanisch
Kursort D-04683 Naunhof bei Leipzig

 

Der nächste Termin hängt vom Sammelstatus ab. 

Freitag, von 17 – 20 Uhr
Samstag, von 10 – 17 Uhr (incl. Mittags- & Cafépause)
Sonntag, von 10 – 17 Uhr (incl. Mittags- & Cafépause)

 

Teilnehmerzahl: max. 12 Personen, nur mit eigenem Instrument,
Kursliteratur wird nach Anmeldung als PDF zugesandt.

 

Wir sammeln Eure Anmeldung bis zur Mindestteilnehmerzahl von 7 Pers., erst danach wird der Kurs stattfinden und Carla wird kommen!

Kursanmeldung per klassischer Mail

Tango-Bandoneón – Jürgen Karthe/DD

Fortgeschrittenenkurs
mit Jürgen Karthe
Rheinische Tonlage

 

Jürgen Karthe stammt wie das Bandoneon aus Sachsen. Als Akkordeonist konnte er 1994 dem Klang des Bandoneons nicht widerstehen und begann zunächst als Autodidakt das Bandoneonspiel im Erzgebirge, der Wiege des berühmten >Doble A < Bandoneons. Über das Bandoneon gelangte er schließlich zum Tango Argentino. Fortan nutzte er Studienmöglichkeiten, die von Straßenmusikern in Buenos Aires bis zum Musikkonservatorium Rotterdam reichten.

Mittlerweile kann er als gefragter Tangomusiker auf zahlreiche internationale Erfolge u.a. mit der Semperoper Dresden, den Münchner Symphonikern und anderen renommierten Orchestern verweisen. Mit seinem Bandoneon gab er u.a. Konzerte in Buenos Aires, London, Paris, Yokohama, Istanbul und Moskau und produzierte neun Tango-CDs. Der Kursleiter, Jürgen Karthe, ist bekennender Bandoneon- und Tango Fan, Preisträger verschiedener Musikwettbewerbe, Orchesterleiter des Dresdner „Gran Orquesta de Tango Carambolage“ und Jurymitglied des Internationalen Akkordeonwettbewerbes „Accordion Competition“. Ich lade Sie ein, sich im urbanen Ambiente des ALTEN KRANWERK NAUNHOF mit Musik aus dem traditionellen sowie modernen Repertoire für Bandoneonensemble auf den Tango einzustimmen.

 

       Bandoneónworkshop im AKW – Altes Kranwerk Naunhof

 


Im Rahmen der jährlichen Bandoneontage finden Bandoneonworkshops statt. Der Bandoneonworkshop „Tango und Improvisation“ richtet sich speziell an leicht bis gut fortgeschrittene Spieler/innen mit Notenkenntnissen. Dabei werden unterschiedliche spielerische Fähigkeiten im Ensemble u.a. durch leichtere und schwierigere Stimmen in den Stücken vereint. Die Kursliteratur wird so ausgewählt, dass diese mit allen Bandoneons verschiedener Bauarten spielbar ist. Bitte bringen Sie ihr eigenes Instrument mit. Überwiegend im Gruppenunterricht erlernen Sie die Kunst des Zusammenspiels und entwickeln Ihr Bandoneonspiel dabei weiter. Sie erhalten Anregungen zu musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten und wie bestimmte Klangfarben und Stimmungen auf dem Bandoneon erzeugt werden können. Auf typische Elemente des Tangospiels wie verschiedene Balgtechniken, Rhythmik, Harmonik, Artikulation, Phrasierung und Spielweisen sowie die Koordination der Hände wird ebenfalls eingegangen. Für alle, die bereits Bandoneon spielen und die faszinierende Welt des Tangos und der Improvisation kennenlernen wollen ist der Kurs gedacht. Der Tango bietet einen großen Reichtum an melodischen, harmonischen und spieltechnischen Besonderheiten, der auch in andere Musikrichtungen (Jazz, Rock, Folk etc.) übergreifen.

 

Preis: 165,- €  (zwei Tage)
Teilnehmerzahl: max. 10 Personen
Kursliteratur wird nach Anmeldung per PDF zugesandt

 

Wir sammeln Eure Anmeldung bis zur Mindestteilnehmerzahl von 7 Pers., erst danach wird der Kurs stattfinden. 

 

Kursanmeldung per klassischer Mail

 

Rheinisches & Einheitsbandonion – Bettina Hartl/Bln.

Ensemblespiel, Haltung, Balgführung, Portato

 

In dem Workshop möchte ich die Themenbereiche Spieltechnik und Musik sowie Historie und Entwicklung des Bandoneons vorstellen. Anhand verschiedener praktischer Übungen können die Kursteilnehmer die Inhalte und Techniken direkt ausprobieren und bereits während des Kurses bei sich integrieren lernen. Für die Teilnahme am Workshop gibt es keine besonderen technischen Voraussetzungen; entscheidend sind die Spielfreude und das Interesse am Instrument.

 

| über Bettina Hartl |

1. Bei dem Thema Spieltechnik und Musik möchte ich den Zusammenhang von Klanggestaltung und Balgführung aufzeigen: durch eine bewusste Körperhaltung, eine optimale Balgführung über die Beine, Arme und den Rücken, sowie ein differenziertes ‚Portato- Spielen‘ der Finger entsteht ein ebenso optimiertes Klangergebnis ohne viel Kraftaufwand.

 

2. Die große Bandbreite des Bandoneons eröffnet jedem Spieler eine vielfältig anwendbare Musikliteratur, die es ihm ermöglicht, neben der Originalliteratur auch andere Literatur z.B. aus der Barockmusik (Cembalo- und Orgelmusik), der Klassik (Streicher und Klaviermusik) dem Tango Argentino, dem Folk und der Filmmusik zu entdecken. Anhand verschiedener kleiner Musikbeispiele aus den oben genannten Genres in leichtem bis mittelschwerem Grad können die Kursteilnehmer die faszinierenden Möglichkeiten und die erstaunliche Flexibilität dieses Instrumentes kennen lernen und für sich nutzen.

 

3. Des Weiteren möchte ich das Thema ‚Miteinander‘ in der Musik aufgreifen. Wie höre ich mich und die anderen im musikalischen Kontext? Was macht das Miteinander-Musizieren so einzigartig und besonders? Inwieweit trägt jeder Einzelne durch sein individuelles Spielen dazu bei? Dazu erarbeiten wir alle gemeinsam ein leichtes, mehrstimmiges Musikstück, das gegebenenfalls zur Aufführung gelangen kann.

 

4. Das musikgeschichtlich eher junge Instrument hat bereits eine aussergewöhnliche Entwicklung durchlebt und wurde von zwei kulturellen Strömungen (Deutschland, Argentinien) bis heute massgeblich geprägt. Dazu möchte ich gerne die Unterschiede der jeweiligen Handhabung des Instrumentes (deutsche bzw. argentinische Tonlage, übereck bzw. flach) und seines Einflusses auf die jeweilige Kultur und Gesellschaft aufzeigen. 

 

Preis: 165,- €  (zwei Tage)
Teilnehmerzahl: max. 10 Personen
Kursliteratur wird nach Anmeldung per PDF zugesandt

 

Wir sammeln Eure Anmeldung bis zur Mindestteilnehmerzahl von 7 Pers., erst danach wird der Kurs stattfinden. 

 

Kursanmeldung per klassischer Mail

 

144töniges Einheitsbandonion – Heiko Guter/Lpz.

[Kurstermine hier]

 

Für musikalische Quereinsteiger stellt sich beim Bandonionspiel rasch ein betulichs `Erfolkserlebnis‘ ein, sofern man in der “alten Kernlage” gängige Folklore genießt. Darüber hinaus kann man mit Ausdauer in die Melancholie des Instrumentes vordringen. Wir probieren Ensemblespiel, es wird aber auch sehr individuell gearbeitet.

 

Dieser Kurs wendet sich an interessierte Laien mit geringen Vorkenntnissen, bestenfalls notenkundig. Vermittlung des Quintenzirkels. Europäisches Liedgut von Folksmusik bis Klezmer.

 

  1. Instrumenteneinführung, Historie, Ansichten, Begutachtung
  2. Grundkurs Vorzugslage von Akkorden (Zug/Druck) Dur/Moll im Bass, Tonleiterrouten im Diskant Es; B; F; C; G; D; A; E; H; Fis (G bis d“‘)
  3. Singen zum Instrument – einfache Akkord-Begleitung
  4. erweiterte Griffe: Umkehrungen, Septimen (Bass), Einzelbässe, Geläufigkeitsübungen (Diskant) und Hausaufgaben

 

Leihinstrumente (144) können zur Verfügung gestellt werden.

 

Anmeldung per Mail an info@kranwerk.com
Kurs-Kosten 165,- € (zwei Tage); 90,- € (ein Tag)

 

Kursleiter Heiko Guter
geb. 1962/Lpz

 

Das Bandonion erlernte ich 1983 autodidaktisch in einer Leipziger Folkband und tourte bis 1991 regelmäßig durch die DDR Jugendclubs, Stadt- & Volksfeste. Unabsichtlich entstand eine kleine Instrumenten-Sammlung aus den Nachlässen vererbter Bandonien. Nach mehrmaligen Besuch beim Instrumentenbauer Birnstock (Senior) bot dieser mir eine Lehrstelle an, doch zu dieser Zeit hegte ich andere Ambitionen und die DDR kollabierte. Die sporadischen Kurswochenenden im Kranwerk gibt es seit 2008 und ich kann  berichten, bei der Erarbeitung der Didaktik auch immer wieder hinzuzulernen. Wichtig erscheint mir zu erwähnen, und ich glaube das gilt für jedwedes Instrument – tägliches Spielen kann helfen.

 

Tonbeispiel (MP3.Probemitschnitt) gespielt auf AA II/II 144tönig Bj. 1936: 
poursilvi.mp3 |

Wann Kurse stattfinden – findet Ihr unter:
https://www.kranwerk.com/kalender/

 

Videos auf dem AKW Youtube-Kanal:
https://www.youtube.com/user/Kranwerker/videos